Krimi in der Hembergfestung, doch dieses Mal ohne Happy End!

Iserlohn Kangaroos – Rostock Seawolves 87:94 n. V. (20:22, 42:38, 62:62, 79:79). Aus, Ende, vorbei. In einem weiteren dramatischen Krimi mussten sich die Iserlohner Kangaroos in der erneut ausverkauften „Hembergfestung“ auch im Rückspiel den Rostock Seawolves mit 87:94 nach Verlängerung geschlagen geben und sind damit in der „Best of Three“-Halbfinalserie ausgeschieden.

Dabei hatten die Kangaroos-Fans wenige Sekunden vor dem Ende den Sieg und damit den erhofften Ausgleich in der Serie bereits vor Augen. Es waren beim Stand von 79:79 noch genau 14 Sekunden zu spielen, als die Kangaroos nach einer Auszeit von Coach Dragan Torbica an der Mittellinie den Ball bekamen. Der kam zu Iserlohns Go-to-Guide Donte Nicholas und der zog in seiner unnachahmlichen Art wie zuletzt gegen die Artland Dragons, wo er ebenfalls den Ball Sekunden vor der Sirene zum entscheidenden Korb versenkte hatte, zum Korb. Doch dieses Mal war ihm das Glück nicht hold und er verlegte. Die allerletzte Chance zum Buzzer-Beater hatte dann noch Julian Scott, der sich den Rebound angelte. Doch dessen verzweifelter Versuch sprang ebenfalls vom Ring zurück. Verlängerung! Und da zeigten sich die Hansestädter dann deutlich abgezockter, während sich bei den Kangaroos der Kräfteverschleiß deutlich bemerkbar machte. Schnell gelangen Rostock sechs Punkte in Folge zum 79:85, was bereits mehr als eine Vorentscheidung bedeutete. Angeführt durch Brandon Lockhart ließ sich Rostock diesen bis zum Ende gegen verzweifelt kämpfende, aber nun im Abschluss glücklose Kangaroos nicht mehr nehmen und konnten am Ende mit ihren mitgereisten Fans damit den umjubelten Finaleinzug feiern, während die enttäuschten Kangaroos von ihren Fans aufgebaut werden mussten.

Bis die Partie ihren Höhepunkt in diesem dramatischen Ende fand, hatten die Fans in der Hembergfestung die erwartet hart umkämpfte Partie zweier Teams auf Augenhöhe gesehen. Den ersten Korberfolg konnten zwar die Kangaroos durch Julian Scott feiern, doch bis zur 7. Minute erkämpfte sich dann das Team von Coach Ralf Rehberger einen kleinen Vorteil (9:15). Iserlohn musste in dieser Phase auf ihren einmal mehr überragenden Donte Nicholas verzichten, bei dem eine blutende Platzwunde am Auge gestillt werden musste. Doch unbeeindruckt kämpften sich die Kangaroos wieder heran und gingen ihrerseits durch einen erfolgreichen Khartchenkov-Dreier wieder in Führung (17:15, 8.). Rostock antwortete postwendend zu knappen 22:20-Führung nach dem ersten Viertel.

Spätestens beim 22:24 durch einen krachenden Dunk von Gabriel De Oliveira standen dann die Kangaroos-Fans wie eine Wand hinter ihrer Mannschaft und die Halle verwandelte sich zunehmend in einen Hexenkessel. Das galt erst recht ab der 18. Minute, als das Schiedsrichter-Gespann gegen Iserlohns Aufbauspieler Kris Schwarz noch vor dem Halbzeitpfiff das zweite unsportliche Foul verhängte, was gleichbedeutend mit der Disqualifikation für Iserlohns Spielmacher war. Die Kangaroos waren durch den Ausfall ihres Routiniers bereits früh einer weiteren spielerischen Option beraubt, zeigten trotz dieses personellen Rückschlags aber weiter Charakter. Mit der Pausensirene sorgte erneut Julian Scott per Dreier für das 42:38.

In den ersten Minuten des dritten Spielabschnitts wogte die Partie weiter hin und her, ohne dass sich eines der Teams hätte entscheidend absetzen können (46:45, 23.). Dann folgte ein 6:0-Lauf der Kangaroos, die sich damit erstmals etwas deutlicher absetzen konnten (52:45). Nicholas‘ Dreier zum 55:47 sorgte kurz darauf sogar für den höchsten Vorsprung der Gastgeber (25.). Doch wie gewonnen, so zerronnen. Die Seawolves brauchten im Anschluss ebenfalls nur 120 Sekunden, um wieder da zu sein. Folgerichtig ging es mit 62:62 in das letzte Viertel, in dem sich keine Mannschaft bis in die Schlussminute mehr entscheidend absetzen konnte. Der Rest ist bereits erzählt.       

 Iserlohn Kangaroos: Gabriel De Oliveira (4), Simon Kutzschmar (6), Kristof Schwarz 3 (1 Dreier), Joshua Dahmen 5 (1 Dreier), Henri Vaihinger, Erik Krumme, Julian Scott 21 (2 Dreier/8 Rebounds), Donte Nicholas 30 (3 Dreier/12 Rebounds), Nikita Khartchenkov 12 (2 Dreier), Viktor Ziring (0), Ruben Dahmen 6 (7 Assists), Deion Giddens (0).

 

Rostock Seawolves: Jordan Talbert 26 (4 Dreier), Brandon Lockhart 19 (1 Dreier), Zaire Thompson 2, Dennis Teucher 10, Nicolas Buchholz, Darian Cardenas Ruda 9 (1 Dreier), Daniel Lopez Dittert, Bill Borekambi 13, Chris Frazier 13 (3 Dreier), Dino Butorac 2, Noah Kamdem (0), Ivo Slavchev.

Foto: D. Fett

Pressemitteilung Iserlohn Kangaroos