Kollektive Rückendeckung dient als Motivationsschub für den Endspurt

Den Saisonverlauf in der BARMER 2. Basketball Bundesliga haben sich die Iserlohn Kangaroos ausnahmslos anders vorgestellt. Mit einem Drei-Jahres-Plan, an dessen Ende der Aufstieg in die ProA stehen sollte, starteten die Iserlohner hoffnungsvoll in den ersten Akt ihrer Mission, der als Minimalziel die Teilnahme an der Play-off-Runde vorsah. Stattdessen stecken die Iserlohner zwei Spieltage vor Abschluss der Hauptrunde mitten im Abstiegskampf. Alle Protagonisten wissen inzwischen, dass der Klassenerhalt in den anschließenden Playdowns kein Selbstläufer wird.

Vor dem kommenden spielfreien Karnevalswochenende hat sich der Druck auf die Iserlohner nach der Niederlage in Bochum durch den unerwarteten Erfolg der ebenfalls gegen den Abstieg kämpfenden Düsseldorfer über Spitzenreiter Itzehoe weiter verschärft, da die Rheinländer in der Tabelle punktemäßig mit den Kangaroos gleichgezogen haben. Momentan nehmen die Waldstädter mit zwölf Punkten Rang zehn vor Düsseldorf ein. Schlusslicht ist der nächste Auswärtsgegner Stahnsdorf (10) und Achter mit acht Zählern Vorsprung auf Iserlohn die zum Ausklang der Hauptrunde in der Matthias-Grothe-Halle gastierenden Basketballer des SC Rist Wedel. Die beiden Letztplatzierten der jeweiligen Playdown-Runden (Nord und Süd) steigen bekanntlich in die Regionalliga ab.

Das Ergebnis von Düsseldorf nahm Kangaroos-Manager Michael Dahmen verdutzt zur Kenntnis, lange beschäftigt hat er sich nicht damit. „Es wird vermutlich noch die eine oder andere Überraschung geben, aber wir müssen eh nur auf uns schauen und versuchen, die zwei Spiele gegen Düsseldorf und drei gegen Stahnsdorf möglichst alle zu gewinnen, um unseren Platz zu halten“, konzentriert sich Dahmen ausschließlich auf das eigene Team. Der Ernst der Lage sei mittlerweile bei jedem angekommen. „Wir müssen noch etwas mehr anziehen und insbesondere in der Anfangsphase in der Defensive stärker werden. Da haben wir in Bochum zu viele einfache Würfe zugelassen.“ Die Pause kommt Dahmen nicht ungelegen, denn die angeschlagenen Akteure können nun ihre Verletzungen auskurieren. Dennis Teucher wird jedoch weiter fehlen. Sein Knie ist angeschwollen, diese Woche steht eine ärztliche Untersuchung an, danach entscheidet sich, wie es weitergeht.

Das Vertrauen in die Mannschaft hat Dahmen nach wie vor nicht verloren. „Es gab sieben, acht Spiele die wir unglücklich und äußerst knapp in der Schlussphase verloren haben. Hätten wir nur die Hälfte davon gewonnen, wäre der Abstieg kein Thema. Aber die Liga ist so ausgeglichen, da gerät man plötzlich in eine Abwärtsspirale, wenn zwei, drei Spiele nicht so laufen, wie wir es uns vorgestellt haben. In der ersten Saisonhälfte war aber auch unser Scoring schlecht, uns hat die Konstanz gefehlt. Es waren zu viele Schwankungen bei einzelnen Akteuren dabei. Ich bin allerdings Optimist und überzeugt, dass wir es trotzdem noch hinkriegen. Wir haben alles in der eigenen Hand.“

Gleichwohl leidet der Manager nicht an Realitätsverlust. „Natürlich müssen wir uns logischerweise auch mit der Variante Regionalliga vertraut machen. Das wäre kein Beinbruch, dann müssen wir einfach sehen, dass wir eine schlagkräftige Truppe bekommen und den sofortigen Wiederaufstieg anpeilen. Außer mir muss sich damit aktuell aber kein anderer beschäftigen.“

Einen personellen Umbruch schließt der Manager nicht aus. Es müsse an gewissen Stellschrauben gedreht werden, aber darüber mache er sich noch keine Gedanken. Dazu sei die aktuelle Saison zu aufreibend.“

Das Bauwerk Basketball in Iserlohn sieht Michael Dahmen so oder so kaum gefährdet. Es sei in den letzten Jahren gut gewachsen und steht auf einem soliden wirtschaftlichen Fundament. Im Hintergrund herrscht Ruhe, Dahmen erhält viel Zuspruch von den Gesellschaftern, Sponsoren und Fans. „Alle sind genauso wie Trainer und Spieler nicht glücklich über die Situation, hoffen aber, dass wir mit einem blauen Auge aus dieser schwierigen Phase herauskommen und wir es nächstes Jahr wieder besser hinkriegen.“

Die kollektive Rückendeckung dient den Kangaroos als Motivationsschub für den Endspurt. Den bereits anfangs erwähnten Drei-Jahres-Plan wird Dahmen mit Sicherheit überdenken. „Nach so einer Saison muss man alles auf den Prüfstein stellen und gegebenenfalls Korrekturen vornehmen.“

Foto: Fotostudio Tölle

Pressemitteilung Iserlohn Kangaroos

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