Vier Minuten gepennt…

MINI-KANGAROOS VERGEBEN SIEGCHANCE GEGEN DEN TABELLENVIERTEN

U12 NRW-Liga: Iserlohn Kangaroos- SV Haspe 70  – Ergebnis 96:99 (18:23, 52:45, 67:80)

Wie schon im Hinspiel lagen die Beteiligten nicht falsch, die auf ein hochklassiges und knappes Spiel getippt hatten. Kein Abtasten im ersten Viertel, man kennt sich ja schon. Extrem schnelle Ballwechsel, schöne Anspiele und individuelle Glanzleistungen reißen die Fans beider Seiten mit, die Gäste schnappen sich eine leichte Führung. (18:23)

Schon drei Minuten später ist sie egalisiert und es beginnt ein Kopf- an Kopf-Rennen bis zur 16. Minute, ohne dass sich ein Team entscheidend absetzen kann. Dann aber gelingt es den cleveren Kangaroos, dem genauso hochgewachsenen wie ausgefuchsten Center der Gäste das dritte Foul anzuhängen und Trainerfuchs Mahmut Toptan lässt ihn pausieren. Die Lufthoheit geht über an Linus und Gian und die Waldstädter nutzen den Vorteil, um bis zur Halbzeit mit 7 Punkten in Führung zu gehen. (52:45) Ein wichtiger Akteur dabei ist Kerem, der zweimal so schnell „Coast to Coast“ geht, dass beim Zuschauer die optische Täuschung entsteht, dass die restlichen Spieler in „slow-motion“ agieren.

Nach dem Pausentee folgen dann die 4 Minuten, die wahrscheinlich immer noch als großes Fragezeichen durch die Halle schweben. Mit einem 13:0-Lauf geht Haspe in Führung, nicht etwa, weil die Volmestädter überragend spielen, sondern weil die Kangaroos ihnen acht Mal den Ball mit dem „Fehlpass-Express“ frei Haus liefern, und Robin und Linus sich zu allem Überfluss dabei noch Foul No. 3 + 4 einfangen. Bis zum Viertelende ist die Ordnung halbwegs wiederhergestellt, aber der Rückstand der Waldstädter beträgt 13 Punkte (67:80).

Ein 8:2-Lauf der Kangaroos macht den Vorsprung noch einmal einstellig und lässt Hoffnung aufkeimen. Mehrmals kämpfen sich die Kangaroos, die ebenso wie ihre Gegner schon geraume Zeit „auf Lunge“ spielen auf 6 oder

7 Punkte heran, doch dann sind es die bis dato sehr souveränen Schiedsrichter, die wiederholt Körbe der Gäste nach Schrittfehlern und „Drei Sekunden“-Situationen zulassen und dreimal nicht bemerken, dass der Gästecenter (ohne Vorsatz!) auf dem Weg zum Rebound ein Kangaroo einfach umrennt (Das wäre sein 5. Foul gewesen). Da treibt es selbst gestandenen Männern wie Topscorer Linus, der eine Top-Vorstellung abgeliefert hat, Tränen des Schmerzes und der Enttäuschung in die Augen.

So fehlen am Schluss nach großem Kampf drei Pünktchen zumHeimsieg, doch die Zuschauer haben ein spannendes und sehenswertes Duell genossen.

Trainer-Worte: Es tut mir jedesmal wieder neu weh, wenn Individualklasse über Teamgeist triumphiert, aber ich bin sehr froh, dass ich nicht der Trainer der Mannschaft bin, in der zwei Spieler 91 von 99 Punkten gemacht haben. Unsere Aufteilung mit fünf zweistelligen Schützen und ordentlichem Nachwuchsbeitrag gefällt mir außerordentlich gut. Schade, dass Flo heute nicht dabei war, der uns im Hinspiel in die Verlängerung geführt hat. Dem Flo-Opa aber einen herzlichen Glückwunsch vom ganzen Team zum 80.

Für die Kangaroos spielten: Mats Badtke 14, Kerem Can 4, Robin Mingaz 15, Jonathan Mix 6, Leonardt Mundt 6, Gian-Luca Pinto, Nico Stegemann 10, Linus Trettin 24, Arda Yildiz 17

Bericht: Helgi Bencker