MINI-KANGAROOS KLETTERN NACH DERBYSIEG IN DIE OBERE TABELLENHÄLFTE

MINI-KANGAROOS KLETTERN NACH DERBYSIEG IN DER VERLÄNGERUNG IN DIE OBERE TABELLENHÄLFTE

 

U12-NRW-Liga: Iserlohn Kangaroos-TSV Hagen 118:102 (25:20,45:40,75:68,98:98)

Alle Spatzen von Hagen und Iserlohn hatten es bei dem schönen Wetter von den Dächern gepfiffen: „Das Derby wird ein ganz knappes Ding“. Schon im Hinspiel hatten die Kangaroos erst in den letzten Sekunden den 1- Punktsieg klargemacht, den der kampfstarke Derbygegner aus Hagen genauso gut verdient hätte, diesmal musste sogar eine Verlängerung her, um den Sieger zu ermitteln. Doch von vorne:

Auch heute ging es gleich mitten ins Getümmel, denn die Volmestädter, ausgestattet mit zwei bärenstarken Filigrantechnikern im Aufbau und unterm Korb zeigten sofort souveräne Kabinettstückchen, die Kangaroos konterten mit blitzschnellen Fast-Breaks. Gegen beide Taktiken war kein Defense-Kraut gewachsen, und dass nur 25:20 Punkte zur Viertelpause von der Anzeigetafel leuchteten, lag an der schlappen Freiwurfquote. Beiderseits.

Im 2. Viertel kam die Defense dazu, konnte aber wiederum nicht viel ausrichten, da die Gäste-Topscorer immer einen Move mehr in Petto hatten, als ihre Verteidiger mitgehen konnten, die Waldstädter hingegen nicht auszurechnen waren und 10 Korbjäger in der Statistik untergebracht hatten. Sehr zur Freude von Coach Helgi Bencker, der sich über die clevere Ballverteilung freute, aber natürlich wusste, dass eine 5 Punkte Halbzeitführung keinesfalls mit dem Begriff „sicheres Polster“ beschrieben werden konnte, zumal die fast schon traditionelle Drittviertel-Krise nach der Halbzeit drohte.

Die allerdings fiel diesmal vollkommen aus, bzw. verspätete sich, wahrscheinlich bedingt durch die Zeitumstellung. Die 58 Punkte diese Abschnitts teilten sich die Kontrahenten fast gerecht, so dass es einen munteren Wechsel attraktiver Korbszenen gab, bei denen Captain Arda sich als Vollstrecker ebenso in Szene setzte wie als „Assist-Ant“. Die Zuschauerreihen beider Seiten waren äußerst zufrieden mit den Leistungen ihrer Akteure.

Und dann kam die elende Krise doch noch. Viermal mit dem Kopf durch die Wand, drei schlappe Pässe, und Hagens Center Jordan, der in diesem Viertel 28 der 30 Punkte machen sollte, bedankte sich mit einem 9:0-Lauf. In der 35. Minute war der Ausgleich erzielt, dann gingen die Gäste sogar mit 4 Punkten in Führung, da die Kangaroos, nun konsequent gefoult, ihre Freiwürfe nicht versenken konnten (15:38 in einem Derby geht gar nicht. Ich erwähne es hier nur deshalb nicht, weil ihr trotzdem gewonnen habt!). Auf der anderen Seite rächte sich die Foulhypothek für die Hagener, die ihren Aufbauspieler in Minute 37 verloren. Trotzdem hätte es nicht gereicht, wenn Flo nicht mit seiner zweiten Luft den „Bi-Turbo“ eingeschaltet hätte. Nach dem Motto „den Trick übernehme ich“

konterte er jeden sicheren Korbleger des nicht zu stoppenden Jordan mit einem „Coast-to-Coast-Korbleger“ nach 20-Meter-Spurt. Die entscheidende Szene spielt aber wie im Hinspiel 3 Sekunden vor Schluss. Robin hindert Jordan konsequent am geplanten Siegtreffer, was in diesem Falle aber nur durch Foul möglich ist. Der Gefoulte verwandelt den 1. Freiwurf sicher, eine Hallenhälfte stöhnt auf, die andere jubelt. Der 2. springt vom Ring in die Arme von Linus, der gar nicht einsieht, die orange Kugel noch einmal abzugeben. Verlängerung!

Die ist schnell erzählt. Die Gästeluft ist raus, Flo macht einfach so weiter und kommt auf den Saisonrekord (gesamtes Team) von 42 Zählern.

Alter Schwede! Die nur mit 8 Mann angetretenen Gäste verlieren vier weitere Spieler mit Foulhöchstzahl. die letzten 3 Minuten werden erst im 4:4, dann im 3:3-Modus gespielt, bis Robin eine tolle Mannschaftsleistung mit einem 7-Meter-Dreier in der letzten Sekunde krönt.

Trainer-Worte: Chapeau! Im Kopf gewonnen! So ein schönes Spiel sollte man einfach nur genießen und nicht mit Kritikerworten herabsetzen.

Für die Kangaroos spielten: Mats Badtke (10), Florian Breiden (42), Robin Mingaz (17), Jonathan Mix (2), Leonard Mundt (2), Gian-Luca Pinto (3), Leon Schütz (2), Nico Stegemann (9), Luca Tesche, Linus Trettin (17), Arda Yildiz (14)

Bericht: H. Bencker