Microkangaroos lassen Punkte bei den bisher sieglosen Lüdenscheidern

Erfahrener Jugendtrainer verzockt sich total…

Microkangaroos lassen Punkte bei den bisher sieglosen Lüdenscheidern

U10-Regionalliga: Baskets Lüdenscheid-Iserlohn Kangaroos 76:71(15:16,35:31,51:55)

Vor dem Spielbericht muss „kurzer Prozess“ gemacht werden:

Ankläger (H.Bencker): Der Beklagte hat vorsätzlich nur 8 Spieler mitgenommen, seinen Kapitän und Topscorer an die U12 verliehen, den Gegner nach einem hohen Turniersieg vor der Saison und wegen des Tabellenstandes stark unterschätzt und trotz verbliebener 7 Spieler bei den Schiedsrichtern konsequenteres Pfeifen erbeten.

Verteidiger (H.Bencker): Ich plädiere auf milderne Umstände, da der Beklagte eine Absage sehr spät erhalten hat, ferner über keinerlei Erfahrung mit Minibasketballspielen verfügte, in denen ein 9jähriger der Halle verwiesen, 6 technische Fouls gepfiffen und in einer Halbzeit 29 Fouls verhängt werden.

Richter: (H.Bencker): Die Strafe wird auf Bewährung ausgesetzt, da der Gutachter (H.Bencker) bestätigt, dass der Beklagte in 40 Jahren Trainertätigkeit niemals durch Naivität und Leichtsinn aufgefallen ist. Sollte er jedoch erneut straffällig werden, so sollte er sich selbst von seinem Hobby suspendieren.

Das erste Viertel startete nicht gut für die Kangaroos. Trotz gutem Drive zum Korb haperte es in der Abschlusssicherheit, so dass die Youngster sich in der 8 Minute mit 15:7 im Rückstand sahen. Ein Endspurt mit Erwachsenendreier von Benni in der letzten Sekunde sicherte die Viertelpausenführung (16:15).

Auch im zweiten Abschnitt gelang es den Kangaroos viel zu selten, die orange Kugel durch die Reuse zu jagen, nur Benni hatte ein sicheres Händchen und versenkte in der ersten Halbzeit 17 Punkte. Derselbe war es auch, der in der 15. Minute, nachdem er nicht zum erstenmal bestimmt nicht vorsätzlich aber hart und ungeahndet angegangen worden war, mit einem lautstarken „man“ seinem Unmut Luft machte und ein technisches Foul kassierte. Sicherlich hätte er in seinem gereizten Zustand nicht in der 20. Minute eine weitere Schiedsrichterentscheidung kritisieren dürfen, doch die Zuschauer wunderten sich schon, dass ein 9-jähriger nicht nur das Spielfeld, sondern die Halle verlassen musste. Große Verwirrung auf der Kangaroobank, nur noch 7 Spieler und ein 4-Punkte Rückstand (35:31).

Nun folgte der Fehler ihres Coaches, der die Schiedsrichter bat, ob ihrer Konsequenz in Disziplinarfragen auch technische Fehler (namentlich Schrittfehler und 3 Sekunden) zu ahnden. Die Schiedsrichter akzeptierten und ließen ihren Worten, ab nun würde es keinen Spaß mehr machen, Taten folgen. 29 Fouls (darunter 4 technische) später hatte die Mannschaft mit der besseren Freiwurfquote (23:18/33:12) gewonnen, nachdem auch Colin in der 30 Minute das Feld verlassen musste. Er hatte nach seinem 4 Foul im Selbstgespräch, sachlich richtig aber natürlich unzulässig „ich habe ihn gar nicht berührt“ geäußert.

Zum Positiven: Das Team hat die surrealen Bedingungen bis zum Schluss mit großem Kampfgeist bei kleiner Besetzung prima durchgehalten. Ersatzkapitän Maxi hat beeindruckend Regie geführt und sicher gepunktet, Jano hat mehrfach sein Herz in die Hand genommen und sich erfolgreich auf den Weg zum Korb gemacht, Moritz den überragenden Spieler der Gastgeber durch cleveres Stellungsspiel manchen Punkt verhagelt.

Trainerworte: Angesichts meiner Bewährungsstrafe keine zum Spiel. Ich bedanke mich für die vielen Solidaritätsbekundungen der Gastgeber und gratuliere unserem fairen Gegner herzlich zum verdienten Sieg.

Für die Kangaroos spielten: Liu „Kobe“ Jiaye 2, David Kabamba 2, Colin Laurenz 11, Moritz Mix 5, Kadirhan Sentürk 2, Maxi Spies 24, Jano Tinnefeld 9, Benni Toennies 17