Im „Löwenkäfig“ wartet die nächste Herausforderung

Es ist nur drei Tage her, da bebte die Hembergfestung in ihren Grundmauern, als die Iserlohn Kangaroos in einem hochdramatischen Basketballkrimi vor 1.400 Fans die jungen Wilden des FC Bayern München Basketball mit 74:69 niederrangen und damit das Ticket für das Playoff-Viertelfinale lösten. Dementsprechend ging der Dank von Headcoach Matthias Grothe dann auch vor allem in Richtung des Iserlohner Publikums. „Die Stimmung in der Halle war einfach unglaublich und hat entscheidend zu unserem Sieg beigetragen. Jeder Verein kann sich glücklich schätzen, wenn er solche Fans im Rücken hat.“ 

Viel Zeit zum Durchschnaufen oder gar Feiern blieb den Iserlohn Kangaroos jedoch nicht, denn bereits am kommenden Samstag, 25. März, steht  das erste Playoff-Viertelfinale auf dem Spielplan. „Und da wartet mit den PS Karlsruhe Lions eine weitere echte Herausforderung auf uns“, sagt Iserlohns Trainer. „Denn mit den Karlsruher Löwen bekommen wir es schließlich mit dem Hauptrunden-Ersten aus der Südgruppe der ProB zu tun.“ Seine Hauptaufgabe sieht Iserlohns Trainerfuchs dabei in der verbleibenden kurzen Zeit darin, den FC Bayern wieder aus den Köpfen seiner Spieler herauszubekommen und stattdessen den PSK „einzupflanzen“. Matthias Grothe erwartet gegen den Süd-Primus ein komplett anderes Basketballspiel als gegen die Bayern. „Während München sehr strukturiert gespielt hat und mit einer geschlossenen Mannschaftsleistung gegen uns aufgewartet hat, bevorzugt Karlsruhe eher das amerikanische Spiel mit viel Instinkt und Eins-gegen-Eins-Aktionen“.

Dabei verlassen sich die Löwen mehr auf die individuelle Klasse einzelner Spieler als auf Teambasketball. Karlsruhe – übrgens genauso wie der Nord-Erste der ProB LOK Bernau finanzkräftiger Aufsteiger in die Liga – verfügt nach Einschätzung von Matthias Grothe über einen körperlich eher kleinen Kader ohne echten Center, der jedoch äußerst athletisch auftritt und den Ball im Angriff meist schnell laufen lässt. „Darauf werden wir uns in der Defense einstellen müssen.“ Eine weitere Stärke des kommenden Gegners sieht Iserlohns Coach in der Erfahrenheit der meisten Spieler und vor allem der Ausgeglichenheit der Karlsruher. „Da scoren regelmäßig drei bis vier Spieler im zweistelligen Bereich.“ Großen Respekt hat er nach ersten Videoanalysen vor allem vor Powerforward Jordan Talbert, in der vergangenen Saison noch in Diensten der Giants Nördlingen, gegen die die Kangaroos das Playoff-Aus ereilte, dem zweiten Powerforward der Karlsruher Bill Borekambi, der über reichlich BBL-Erfahrung verfügt, sowie Shootingguard Eric Curth, zuletzt mit 23 Punkten Topscorer beim 77:65 der L:ions gegen die Rostocker Seawolves.

Einen Vorteil auf Seiten der Kangaroos könnte hingegen das ernorme Selbstvertrauen sein, das die Iserlohner durch den Sieg gegen den „großen“ FC Bayern gewonnen haben. „Wir werden sicherlich euphorisiert und befreit in Karlsruhe auftreten, um dort gleich das Spiel zu gewinnen und so den Heimvorteil zurück zu erobern“, hofft Matthias Grothe. Schließlich habe man das Saisonziel bereits mit dem Erreichen des Viertelfinales geschafft. Personell können die Kangaroos in Karlsruhe voraussichtlich wieder aus dem Vollen schöpfen und in Bestbesetzung antreten.

Anwurf im „Löwenkäfig“, wie die Badener die relativ enge, rund 750 Zuschauer fassende Sporthalle am Karlsruher Friedrich-List-Gymnasiums getauft haben, ist um 19.30 Uhr. 

Iserlohn Kangaroos: Ruben Dahmen, Kristof Schwarz, Joshua Dahmen, Terrell Harris, Thomas Reuter, Deion Giddens, Yannick Opitz, Gabriel De Oliveira, Sören Fritze, Moussa Kone

Pressemitteilung Iserlohn Kangaroos