Dahmen: „Wir sind auf einem guten Weg und haben noch Luft nach oben!“

Elf Spiele sind gespielt. Die Hinrunde der 2. Basketball-Bundesliga ProB ist beendet. Zeit, eine kurze Zwischenbilanz zu ziehen. Im Interview mit Manager Michael Dahmen (kl. Bild) blicken wir auf die erste sportlich erfolgreiche Saisonhälfte der Iserlohn Kangaroos zurück. Und wagen einen Ausblick auf die kommenden Wochen und Monate.

Michael, die Hinrunde ist absolviert. Wie fällt Dein Zwischenfazit aus?
Eigentlich positiv. Dass wir mit acht Siegen und nur drei Niederlagen oben mitspielen, ist sehr erfreulich. Und ehrlich gesagt, hatte ich das so auch nicht erwartet.

Vor allem haben wir im Vergleich zur vergangenen Saison unsere Auswärtsschwäche abgelegt.
In der Tat, ja. Ärgerlich ist im Gegenzug allerdings, dass wir in der Hinrunde dieser Spielzeit bereits mehr Heimspiele der regulären Saison verloren haben als in den vergangenen drei Jahren zusammen. Auf der anderen Seite ist es aber auch eine tolle Bestätigung unserer Leistung, bislang als einziges Team den Spitzenreiter aus Elchingen geschlagen zu haben.

Die Statistik passt. Und das Sportliche?
Die Mannschaft hat sehr gut zusammengefunden, die Teamchemie ist sehr gut. Trotz der aktuellen Bilanz dürfen wir die Augen vor der Tatsache, dass wir noch Luft nach oben haben, aber nicht verschließen.

Wo siehst Du derzeit die größten Baustellen im Spiel?
Wir haben uns in vielen Spielen schwergetan, haben zu lange gebraucht, um in die Spiele reinzufinden. Und auch die defensive Intensität war nicht immer so, wie wir uns das vorstellen. Klar, wir haben das Ziel ausgegeben, in den Playoffs unseren besten Basketball spielen wollen, aber Defense hat nichts mit Können zu tun. Verteidigen ist eine Frage des Willens.

Werden wir personell im Winter noch etwas verändern?
Ich bin Basketball-Romantiker. Und entsprechend finde ich, dass, wenn man eine Saison gemeinsam beginnt, man sie auch gemeinsam zu Ende spielt. Es gäbe für mich nur zwei Gründe, am Personal etwas zu verändern. Entweder wegen einer schwerwiegenden und damit langfristigen Verletzung. Oder wenn ein eklatantes Fehlverhalten vorliegt. Beides ist glücklicherweise nicht gegeben.

Was oder wer ist für Dich bislang die größte Überraschung bislang?
Jemanden herauszupicken, finde ich schwierig. Aber dass Nikita Kartchenkov (Foto: Daniela Fett) im Herbst seiner Karriere dermaßen einschlägt, übertrifft bislang meine Erwartungen. Er bringt von der Bank wichtige Punkte und Energie und gibt dem Team immer einen Schub. Aber auch Simon Kutzschmar und Viktor Ziring entwickeln sich gut.

Würde unsere Bilanz besser aussehen, hätten wir besser und früher in manche Spiele hineingefunden?
Das kann man so pauschal nicht sagen. Ich denke, dass beispielsweise die Niederlage gegen Leverkusen überflüssig war. Und auch gegen Rhöndorf hätten wir eine bessere Chance gehabt, das Spiel doch noch zu drehen, wenn wir früher wach gewesen wären und unser Spiel gespielt hätten.

Bleiben wir kurz im Konjunktiv. Also könnten wir auch mit zehn oder elf Siegen an der Spitze stehen?
Theoretisch ja. Auf der anderen Seite könnten wir, gemessen an den vielen knappen Spielen, mit einer Bilanz von 3:8 auch deutlich weiter unten in der Tabelle stehen.

Wie beurteilst den Zuspruch und den Support der Fans?
Beides ist sehr, sehr gut. Trotz der Tatsache, dass wir vor der Saison einige Identifikationsfiguren verloren haben, sind die Fans uns und dem neuen Team treu geblieben. Sie haben die neuen Jungs gut aufgenommen. Und gerade wenn man zum Beispiel der Atmosphäre im vierten Viertel gegen Rhöndorf sieht, das ist schon einige wahnsinnige Energie, die dann freigesetzt wird.

Entsprechend wichtig ist es, sich vor heimischer Kulisse immer den Allerwertesten aufzureißen.
Absolut. Da ist das Team in der Bringschuld. Man muss den Support der Fans mit Leistung honorieren – und das über 40 Minuten. Dass in einem Basketballspiel nicht immer alles rund laufen kann, ist klar. Aber gerade vor heimischer Kulisse müssen die Jungs immer an ihr Limit gehen. Und immer auch ein Stückchen weiter.

Was wünscht Du dir für die zweite Saisonhälfte?
Mehr Konstanz. Und dass sich die Jungs weiter so gut entwickeln, wie sie es bislang getan haben. Dann bin ich sehr optimistisch, dass wir weiterhin oben mitspielen können und gemeinsam noch viele Siege feiern werden.

So war die Hinrunde der Kangaroos
Dresden Titans – Iserlohn Kangaroos 73:77
Iserlohn Kangaroos – ScanPlus Baskets Elchingen 82:71
FC Bayern Basketball II – Iserlohn Kangaroos 80:87
Iserlohn Kangaroos – TG s.Oliver Würzburg 77:76 n.V.
Fraport Skyliners Juniors – Iserlohn Kangaroos 93:83 n.V.
Iserlohn Kangaroos – Bayer Giants Leverkusen 71:79
EN Baskets Schwelm – Iserlohn Kangaroos 82:84
Iserlohn Kangaroos – KIT SC Gequos 71:60
Gießen 46ers Rackelos – Iserlohn Kangaroos 68:73
Iserlohn Kangaroos – BBC Coburg 73:71
Iserlohn Kangaroos – Dragons Rhöndorf 75:80